Taktischer Steigerungslauf

Eisregen gab es gestern zwar nicht, aber glücklicherweise stieg das Thermometer auch nicht weit über die 20 Grad Grenze. Aus Sicherheitsgründen wässerte ich dennoch Trikot und Helm und füllte die Schuhe mit Wasser um meinem Körper das Gefühl von sintflutartigem Regen zu vermitteln. Mit Aline Seitz neben mir auf der Startlinie war bereits klar, dass das Rennen sehr schnell angegangen werden würde. Wenig überrascht war ich daher, als kurz nach dem Start der Seitzsche Schnellzug auf das Tempo drückte und sich bereits nach der Startrunde vom Rest des Feldes auf nimmer Wiedersehen absetzen konnte. Ich hatte meine Taktik konträr dazu gesetzt, startete verhalten und reihte mich innerhalb einer Vierergruppe an sechster Stelle des Feldes ein. Ich hielt mich grösstenteils aus den Positionskämpfen raus und fuhr stoisch mein Tempo weiter. Die Taktik ging sogar noch besser auf als gedacht. Ich machte kontinuierlich Boden gut und fuhr in Runde vier von fünf gar an die zweitplatzierte Ladina Buss auf, welche sich ähnlich wie Aline bereits vom Start her leicht abgesetzt hatte. Ich fühlte mich nach wie vor hervorragend, hatte mich noch zu keiner Sekunde selbst verflucht, mir nicht gewünscht ich würde von einem streunenden Langendorfer Waldpuma vom Bike geholt oder mich gefragt, was ich hier eigentlich mache. Mit neuerlichem grossen Effort verteidigte ich den kurz zuvor errungenen zweiten Rang und brachte diesen sicher ins Ziel. Das Ganze war eine wichtige Formbestätigung zum richtigen Zeitpunkt und kann ich hoffentlich nächste Woche erneut unter Beweis stellen.

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©Ladina Buss

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Einmal Sahara und zurück

Vier Wochen liegt die SM in Echallens und damit das letzte Rennen zurück. Vier Wochen, in welchen ich Kilometer abstrampelte und Trail an Trail reihte um mich konditionell wie auch technisch in Form zu bringen. Entsprechend hoch war meine Zielsetzung für das Rennen vergangenen Sonntag in Hägglingen (AG). Zu Beginn verlief alles nach Plan, ich setzte mich mit einem anfänglich noch sehr guten Gefühl nach der Startrunde für kurze Zeit an die Spitze, merkte aber bereits da, dass mir schwindelig und zittrig wurde. Bei der Einfahrt in die Waldpassage mutierte ich zu einem kleinen Feuerwerk und stand buchstäblich still. Irgendwie holperte ich über den ersten Trail und wurde im Anstieg danach nicht nur von einzelnen Fahrerinnen, nein vom ganzen Feld überholt und stehen gelassen (ganz nach dem Motto ganz oder gar nicht). Ich fühlte mich wie auf meinem persönlichen Kinderkarussell und versuchte irgendwie vorwärts zu kommen, ohne gleichzeitig vom Rad zu kippen. Irgendwann in Runde drei funktionierte auch das nicht mehr. Mit dem Gefühl wie nach einer Saharadurquerung hielt ich bei Madeleine und Roger an, kippte den Inhalt des einen Bidons über den Kopf und den anderen in mich hinein. Da Aufgeben in keinerlei Hinsicht eine Option war, stieg ich wie ein munteres, angeschossenes 80-jähriges Reh wieder auf mein Bike und nahm die restlichen Runden in meinem Tempo unter die Räder. Mein persönliches Highlight war jeweils die Abfahrt jede Runde und die 20m nach dem Wald, in welchen ich kurz angriff, da ich noch nicht komplett überhitzt war, bevor ich mich wieder wie ein fahrendes Grillwürstchen fühlte. Ich erreichte das Ziel mit gemischten Gefühlen. Einerseits enttäuscht über den Verlauf, andererseits mit der Gewissheit, dass ich sehr fit bin und bei nicht ganz so hitzigen Saunabedingungen eine gute Leistung abgeliefert hätte. Nächstes Rennen, nächste Chance…ich hoffe auf Eisregen!

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Sonderling Schweizermeisterschaften

Mit der Schweizermeisterschaft verbindet mich eine gewisse Negativbeziehung. Der Umstand, mich mit knapp 15 Athletinnen zu messen, welche zufälligerweise auch international zur Spitze zählen, stellt für mich eine alljährliche Herausforderung dar. Die Strecke in Echallens, geprägt durch viele steile Anstiege und technische Passagen kam mir entgegen und die letzten zwei Trainingswochen liessen auf einiges hoffen.

Am Start kam ich wie gewohnt gut weg und reihte mich im allgemeinen Gerangel um die Positionen im hinteren Drittel des Fahrerinnenfeldes ein. Mein Plan bestand darin, defensiv in die physisch stark fordernde erste von sechs zu absolvierenden Runden zu starten und anschliessend kontinuierlich aufzudrehen. Der Plan ging soweit gut auf, insofern ich beinahe stehend k.o. war und einiges an akrobatischem Können abliefern musste um auf meinem Rad zu verbleiben. Zu diesem Zeitpunkt war es mir ein absolutes Rätsel, wie ich weitere fünf Runden in meiner persönlichen Westschweizer Hölle durchstehen sollte. Ich wurde von Schüttelfrost am ganzen Körper begleitet – logisch bei knapp 30 Grad Lufttemperatur – und die vor mir fahrende Michelle Hediger vergrösserte den Abstand. In Runde zwei steigerte ich mich im grossen Stil was die Technik anging, konditionell waren immer noch keine Höhenflüge in Sicht. Konsterniert kämpfte ich mich weiter über den Rundkurs, vor und hinter mir war niemand in Sicht. Zu meiner Freude veranstaltete das einheimische Publikum ordentlich Lärm für jede vorbeiziehende Fahrerin und das selbstgemachte Fondue mitten im Wald – ich erwähne gerne nochmals die 30 Grad und werfe die Frage auf: wie kommt man auf die Idee bei diesen Temperaturen ein Fondue mitten im Wald an einem Bikerennen zu köcheln?! – sorgten für ordentlich Motivationsschübe. In Runde drei von sechs war ich endlich in der Lage die Handbremse zu lösen und auf Angriff zu fahren. Dadurch kam ich wieder näher an Michelle heran, einer Überrundung durch die spätere Siegerin Jolanda Neff konnte ich aber nichts entgegenhalten und musste mich trotz leidenschaftlichem Kampf mit Rundenrückstand unter die Dusche begeben.

Ich habe nach den zwei letzten sehr guten Trainingswochen in den Pässen auf den langerwarteten Exploit gehofft, jedoch war die Schweizermeisterschaft offenbar das falsche Rennen dafür. Ein erneuter Anlauf wird auf die Augustrennen verschoben und ich sammle weiter Trainingsstunden auf meinem bevorstehenden Rennradtrip von Bern nach Nizza.

 

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Bei der nächsten Wurzel rechts und dann gleich wieder links…danach bitte wenden

Der Rundkurs in Hochdorf erinnert mich jeweils an einen Kinderklettergarten auf dem Pausenhof. Die Runde um das kleine Stadion zeichnet sich durch zahlreiche abrupte Richtungswechsel geprägt von kürzesten Anstiegen aus, während die Zusatzschlaufe in der Ebene für das Auseinanderziehen des Feldes sorgt und Überholmöglichkeiten bietet. Ich fühle mich definitiv wohler auf dem Spielplatzgelände des Start-Ziel Bereiches, in welchem in der Mitte einige Jugendliche frisch fröhlich dem Fussballspiel frönten und einen der Duft der Fritteuse umgibt, als auf der eintönigen Ebene um einen Acker herum.

Schon zu Beginn des Rennens drückte Michelle Hediger ordentlich aufs Tempo und das Fahrerinnenfeld wurde auseinander gezogen. Da ich keine Rollspezialistin bin, hielt ich mich an das Hinterrad der Oberkulmerin und wartete auf den kurzen Anstieg bevor es in die technischen Passagen des Kurses ging. Wie vermutet, sollte sich in dieser Steigung der weitere Verlauf des Rennens bereits herauskristallisieren. Michelle griff von Position drei aus an, ich folgte ihr und es entstand gegenüber Ladina Buss und dem Rest des Feldes ein kleiner Abstand. Das Spektakulärste an den technischen Passagen waren die halbhohen Wurzel- und Baumstrunke in den engen Kurven. Jene beschriebene Vegetation war es auch, in welche ich in regelmässigen Abständen mit dem Fuss hineindonnerte und so jeweils meine Konzentration unweigerlich auf den kurzzeitig mit Sternchen verzierten Weg vor mir heftete. Michelle pushte in der zweiten Runde wiederum den Anstieg hoch. Diesmal etwas zu schnell für mich und ich liess abreissen, um mein eigenes Tempo hochhalten zu können. Ich spürte die Nachwehen des Trainings von vergangener Woche mit voranschreiten des Rennens und konzentrierte mich fortan nur noch auf den unermüdlichen gleich hohen Druck auf die Pedalen (und dem Ausweichen weiterer Fuss-Wurzel-Zusammenstösse) um die erkämpfte Position weiter zu festigen. Meine Konzentration wurde jede Runde erfreulich durch die Anfeuerungsrufe der Nachwuchsfahrer von Hägglingen unterbrochen, welche mir mit absoluter Überzeugung bis in die letzte Runde zuriefen, dass ich die aus meinem Sichtfeld verschwundene Michelle sicher noch einholen werde. Mit einer leider von diesem kindlichen Optimismus abhanden gekommenen Sichtweise – aber nicht minder glücklich und zufrieden mit meiner Leistung – fuhr ich als Zweite im Ziel ein.

Meine Formkurve zeigt nun deutlich in die richtige Richtung und ermöglichte mir den ersten Podestplatz in dieser bis anhin nicht ganz einfachen Saison. Die nächsten Tage stehen im Zeichen harter Trainingseinheiten, damit ich an der Schweizermeisterschaft am 17. Juli in Echallens (VD) nochmals einen Gang hochschalten und das momentane Optimum aus mir herausholen kann.Podest Hochdorf

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Evaluation neuer Trainingsmethode

Gestern habe ich erstmalig eine neue Trainingsmethode angewandt. Anstatt mit veloRadschuhen habe ich leichte Turnschuhe mit super flexibler Sohle und 0,0% Halt verwendet um meine Pässefahrt zu starten. Durch dieses Schuhwerk arbeitet man viel intensiver an der Druckphase der Tretbewegung, trainiert dadurch hauptsächlich die vordere Oberschenkelmuskulatur und setzt sich bewusst mit dem durch die Sohle drückenden Klickpedal auseinander, welches ein viel effizienteres Einschlafen der Füsse
zur Folge hat.

Ok totaler Blödsinn. Ich habe das erste Mal in meiner Karriere meine Schuhe zu Hause vergessen und fuhr mit vorhandener Ausstattung den Klausenpass hoch. Dass ich nur diese Strecke in Turnschuhen zurücklegen musste, verdanke ich meiner ewigen Retterin und lebenslangen Unterstützerin. Damit kommen wir zum eigentlich wichtigen Punkt. Obwohl bereits 26 Jahre alt und seit 13 Jahren in diesem Geschäft dabei, sorgen sich meine Eltern nach wie vor wenn es um Passüberquerungen dreht. Aus diesem Grund setzte sich meine Mutter mit mir zusammen um halb sechs in der Früh ins Auto. Einerseits um ihren freien Tag etwas in den Bergen zu verbringen, andererseits um sicherzugehen, dass das Töchterchen keinen Schaden nimmt. Denn die Gefahren in den Schweizer Bergen sind offenbar zahlreich: 400m tiefe Abgründe, plötzlich platzende Reifen, Urner Bergbach Piranhas, durch den Radcomputer angezogene, niederstürzende Satelliten, Passstrassen-Grizzlys und morgensternschwingende Motorradfahrer (Anmerkung der Redaktion: es könnten leichte Übertreibungen seitens der Verfasserin vorkommen). Da der verwirrte Nachwuchs in Altdorf das Fehlen des Schuhwerks bemerkte, setzte sich meine Mutter für weitere zwei Stunden hinter das Steuer und brachte diese auf die Passhöhe, um die Weiterfahrt zu ermöglichen und allfällige Gefahren aus dem Weg zu räumen. Ohne die unermüdliche Unterstützung meiner Eltern wäre mir weder der Einstieg noch die jahrelange Betätigung in diesem Sport möglich gewesen. Danke steht ihr mir immer zur Seite, Danke glaubt ihr immer noch an mich und Danke für jede noch so kleine Geste der Rückenstärkung!

Von Kernkraftwerken, Quantensprüngen und Zwergen

Vor zwei Wochen blieb ich bei Rennhälfte noch im Schlamm von Estavayer stecken. Mit der Hälfte der Rennkilometer und neuem Material am Bike war ich zuversichtlich, am C1 Rennen in Lostorf ohne Fussmärsche ins Ziel zu kommen.

Inmitten der Profifahrerinnen kam ich als sechste aus der Startschlaufe und nahm die erste von sechs Runden in Angriff. Ich startete wie bereits die letzten Rennen verhalten in den langen Anstieg und wurde dementsprechend von etlichen Fahrerinnen überholt, während sich die Spitzengruppe von Beginn her absetzte und die ersten sieben Positionen unter sich ausmachten. Immer noch in Reichweite zu einer kleineren Gruppe vor mir nahm ich die technischen Passagen unter die Räder und konnte in diesem Bereich meine Stärke nutzen um den Rückstand wettzumachen. Im Sinne der sieben Zwerge schlugen wir uns in Einerkolonne durch die matschdekorierten Trails, in welchen immer wieder einzelne Fahrerinnen Opfer des Untergrundes wurden und sich in der Folge kurzfristig ins Unterholz verabschiedeten. Was dann passierte war sogar für mich überraschend. In der zweiten von sechs Runden fühlte ich mich plötzlich wie ein kleines, persönliches Aargauer-Kernkraftwerk. Im kräftezehrenden Starthang drehten meine Beine so schnell und effizient wie seit letztem Oktober nicht mehr. In den Anstiegen, dem Gelände in welchem ich normalerweise distanziert werde, fuhr ich auf eine Dreiergruppe vor mir auf. Da ich unbedingt als erste in den Trail einbiegen wollte und sich Eliane Müggler als ungemein zähe Kontrahentin erwies, lancierte ich eine Tempoverschärfung in der Mitte der Steigung. Immer noch mit Eliane am Hinterrad fuhr ich dadurch eher unbeabsichtigt die Lücke zwischen der mir folgenden Gruppe und der voraus fahrenden Michelle Hediger zu. In den technischen Up- und Downhills gelang mir die angestrebte Distanzierung zu den Verfolgerinnen und meine Zuversicht stieg mit jedem Meter. Meine Freude über die wiedergewonnene Kraft verlieh mir Flügel und nach knapp zwei Rennstunden erreichte ich als achte Elitefahrerin das Ziel. Ich wurde in der gleichen Runde gewertet wie die Siegerin, hatte den Unterschied zu meinen Kontrahentinnen in den Anstiegen machen können und zeigte über die ganze Renndistanz keine grösseren Schwächen. Dies klingt nach Kleinigkeiten und obwohl der Abstand zu den Spitzenfahrerinnen weiterhin gross ist, bin ich Stolz über den erzielten Quantensprung, welcher mir in nur zwei Wochen gelungen ist. Mit der gewonnen Zuversicht werde ich am Rennen in Hochdorf von nächstem Sonntag eine Bestätigung dieser Leistung anstreben und bin gespannt auf den Verlauf.

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Härtetest Estavayer oder wie ich meinen Wortschatz laufend ausbaue

Trainingshalber startete ich vergangenen Sonntag neben den Marathonspezialistinnen in Estavayer-le-Lac am 60 Km langen Marathonrennen. Wie gewohnt war der Untergrund eine einzige braune, zähflüssige Molasse und wurde durch den in regelmässigen Abständen fallenden Regen weiter genährt. Obwohl ich von Beginn weg mein eigenes Rennen fahren wollte, packte mich mein Ehrgeiz und ich zog die ersten Kilometer bis zum ersten längeren Anstieg mit der Spitze mit. Im steilen Uphill musste sich mein Ehrgeiz ungefragt verabschieden. Ich musste mir eingestehen, dass sich meine Form noch nicht auf einem wirklich konkurrenzfähigen Niveau befand. Technisch hingegen konnte ich ein weiteres Mal ohne Probleme und mit viel Freude meine Schlangenlinien durch den Sumpf ziehen und jubelte innerlich – zumindest so lange, bis der nächste Aufstieg meine Freude effizient zunichte machte. Während ich mich bei den ersten zwei Rennen noch wie eine Schnecke mit Rollator gefühlt hatte, konnte ich nun etwas zulegen. Ich hatte mich im Mittelfeld eingereiht und war zuversichtlich was den weiteren Rennverlauf betraf. Ab ungefähr Kilometer 27 nahm diese Zuversicht ein jähes Ende als meine Gangschaltung zu streiken begann. Mir standen ab diesem Moment noch die grössten fünf Gänge zur Verfügung und da mir mindestens 30cm Oberschenkelumfang pro Bein fehlen, um diese Mühle die steilen Uphills hoch zu wuchten, bestritt ich die folgenden Kilometer zu Fuss. Nach fünf freudeverbreitenden Kilometern gab ich dieses sinnlose Unterfangen auf und beschloss mein Französisch zu verbessern, indem ich mich von Streckenposten zu Streckenposten nach dem Rückweg durchfragte. Bis Estavayer konnte ich in perfektem französisch erklären, dass meine Gangschaltung wirklich nicht mehr brauchbar sei, ich zu Reinigungszwecken bereits meinen gesamten Bidoninhalt über Wechsler und Kette geleert habe, ich den schnellstmöglichen Weg zum Ziel suche und ich mich herzlich für die Mitleidsbekundungen bedanken möchte.

Die Saison bleibt somit harzig, mir bleiben zwei Wochen bis zum nächsten Argoviacuprennen in Lostorf – da diese nur ca. 25 Kilometer lang sind, kann in diesem Moment von mir aus nach 30 Kilometern auch die Schaltung ausfallen – um meine Form auf ein konkurrenzfähiges Niveau zu hieven.

 

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Härtetest für Mensch und Material – nicht erfüllt.

Das Rennen in Gränichen mit Beteiligung der Weltelite sollte als Formtest dienen und hoffentlich eine Steigerung zur letzten Woche aufzeigen. Ich hatte jetzt ja bereits unglaubliche 2 Wochen zielorientiertes Training hinter mir und näherte mich eine an weltmeisterlich erinnernde Form – soweit meine Einschätzung.

Die Streckenführung mit den vielen technischen Aspekten und die schlammigen Bedingungen spielten mir in die Karten. Während des Einfahrens auf der Strasse schwächelte plötzlich mein hinterer Reifen und ich vollführte eine hochpulsige Rückfahrt ins Teamzelt um mein Ersatzrad zu montieren, welches allerdings für trockene Bedingungen ausgelegt war und mir bei diesem Untergrund bereits in der ersten Kurve verreisen würde. Während ich mich nochmals dem Hochfahren meines Organismus widmete (absolut unbeeindruckt von dem Zwischenfall) reparierte Roger glücklicherweise mein Rad und ermöglichte mir einen Start mit dem ursprünglichen Material (Danke an dieser Stelle!).

Der Start und die erste halbe Runde klappten sehr gut und ich befand mich im Feld ungefähr da, wo man es erwarten konnte. Leider wurde mir meine Schaltung nach der ersten Schlammpackung zum Verhängnis und ich musste immer wieder vom Rad steigen, da es mir die Kette verklemmte. Mein Körper wollte sich offenbar sozial gegenüber meinem Bike zeigen und ich bekam bereits ab der zweiten Runde einige Probleme. Schmerzen in Beinen und Rücken, sowie komplette Erschöpfung (warum erst gegen Ende des Rennens warten, wenn man das bereits nach einer Runde beginnen kann). Ich quälte mich zwei weitere Runden durch die Anstiege des Parcours, während die Abfahrten weiterhin gut liefen und Spass machten.

Ausgelaugt und unzufrieden mit meiner Darbietung war für mich das Rennen nach drei Runden zu Ende. Woran es gelegen hat weiss ich selbst nicht, mir bleibt nichts weiter übrig als fleissig weiter zu trainieren und das nächste Rennen abzuwarten.

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work in progress

Für das Rennen in Seon war die Taktik klar, bedächtig starten, nicht mitziehen und im Verlauf des Rennens versuchen das Tempo zu steigern. Der erste Teil der Vorgabe klingt einfach, ist für mich als Rennfahrerin aber nur schwer umsetzbar, da ich Gegnerinnen normalerweise nur ziehen lasse, wenn meine Beine einen schnelleren Dienst verweigern und sich farbige Sternchen vor meinen Augen abzeichnen. Ich reihte mich nach dem Start als Dritte ein, liess dann aber die Lücke aufreissen und mich von weiteren Fahrerinnen überholen. Die erste Schlüsselstelle, eine Wiesenabfahrt mit anschliessender links Kurve (aufgrund der anhaltenden Sintflut zu einer braunen Schlammrutsche mit Freizeitparkniveau umgewandelt), ging ich mit viel Vertrauen an, zumindest solange, bis sich eine der Fahrerinnen vor mir hinlegte und ich mangels Alternativen die Passage ebenfalls souverän und grazil rückwärts auf dem Hosenboden bewältigte. Meine Konzentration galt dabei dem Mitschleifen meines Bikes, damit ich nicht noch weiteres Spektakel in Form von „such dein Rad“ liefern würde. Für den Moment war dies neben den gefühlten 2 Kilo Dreck in meinem Mund und den Augen die einzige Aufregung. Die ersten drei Runden absolvierte ich wie in Trance, ich bin ziemlich sicher, dass ich diese Runden gefahren bin, weiss aber nicht mehr viel davon. Das einzige was mir davon blieb waren die Zuschauenden, welche in besagter Schlüsselpassage auffällig zahlreich erschienen waren und uns bereits beim Einstieg mit einem breiten Grinsen empfingen, im Wissen darüber, dass jede_r Fahrer_in die nächste nicht ganz freiwillige, dennoch sehr ästhetische Showeinlage bieten könnte. Auf die Konkurrentinnen verlor ich weiter an Boden, bis ich in Runde vier vorn sieben doch noch meinen Rennrhythmus fand und nicht mehr nur dahingondelte, sondern der Sache etwas mehr Dynamik und Geschwindigkeit verleihen konnte. Das zeigte sich einerseits in meiner Freude wieder im Renngeschehen dabei zu sein, andererseits in dem sich verringernden Abstand zu zwei der vor mir fahrenden Rennfahrerinnen. Nach sieben kraftzehrenden Runden kam ich zufrieden mit meiner Leistung im Ziel an. Am Resultat und meiner Form muss noch einiges an Arbeit investiert werden, ich bin da kämpferisch-optimistisch gestimmt. Nächstes Wochenende erhalte ich die nächste Trainingsmöglichkeit am hochklassigen Rennen in Gränichen.