„Ohoh, uiuiui, Achtung, jesses, wuääääähhh, autsch!“

Letzte Woche kam es zu einer Premiere. Ich stand erstmals am Start eines Endurorennens. Zur Erklärung: Während eines Endurowettkampfes werden mehrere Abfahrten (Stages) so schnell wie möglich absolviert. Die Zeit der Stages wird zusammengezählt und bildet die klassierungsrelevante Schlusszeit. Zwischen den Stages können nicht die Füsse hochgelagert werden, sondern es muss in einer vorgegebenen Zeit der Transfer von Trail A zu B und so weiter bewältigt werden. Die logische Vorgehensweise wäre an dieser Stelle eine Anmeldung für einen kleinen, regionalen und überschaubaren Wettkampf. Aber nein, nicht so bei mir. Da bekanntlich „normal“ langweilig ist, die Logik mich gerade kreuzweise kann und ich schon lange an einem Enduro World Series (EWS) Rennen dabei sein wollte, legte ich mir eine andere Strategie zurecht. Die drei Faktoren führten mich dementsprechend vergangen Dienstag nach Südfrankreich, genauer gesagt nach Millau. Offenbar hatte das Klima vergessen, dass gemeinhin Südfrankreich mit warmen, trockenen Bedingungen verbunden wird. Es regnete beinahe konstant und das Thermometer stieg auf kuschelige 13 Grad…danke dafür erstmal! Während zwei Tagen durften die insgesamt neun Stages je einmal abgefahren werden um sich seelisch und körperlich auf jegliche Passagen vorzubereiten, welche einem den nächsten Platz in einem Krankenwagen sichern sollten. Nach gefühlten 50 Stürzen und einem Platten am ersten Trainingstag, war ich voller Zuversicht, dass ich eine heisse Anwärterin auf eine dieser Plätze sein werde.

Nach überstandenem zweitem Trainingstag rollte ich freitags an die Startlinie für Wettkampftag eins von zwei, an welchem wir mit Stage eins bis fünf das Vergnügen haben sollten. Im 20 Sekunden Rhythmus sprinteten die Fahrerinnen in den ersten Trail und die grosse Rutschpartie konnte beginnen. Ich verabschiedete mich gleich fünf Mal ins Unterholz und legte den Grundstein für die konstante Farbangleichung meines Trikots und dem Rad an ein dezentes hängebauchschweiniges braun-schwarz.

Gefolgt auf diese Achterbahnfahrt folgte der erste Transfer, welcher mit einem „kleinen“ Fussmarsch begann. Zu Beginn des sehr engen, steinigen und steilen Weges dachte ich noch „Mann, das wäre jetzt auch cooler zum runterfahren“. Nach ungefähr weiteren 20 Trage-Schieb-Krampfminuten befand ich „naja, das wäre etwas krass zum runterfahren, dann doch lieber hoch“. Bevor mich nach weiteren 15 Minuten die Erkenntnis traf „ok, wir müssen da runterfahren. Über diese Steinplatte bin ich doch gestern kopfüber geflogen vs. wir latschen tatsächlich Stage vier hoch. Seid ihr denn völlig bekloppt??!“. Bevor ich mich neuerlich der Steinplatte von Stage vier widmen durfte (über welche ich auch im späteren Rennverlauf kopfüber stürzen sollte, diese Variante hatte ich schliesslich bereits im Training einstudiert), kamen die Abfahrten zwei und drei noch zum Zug. Ich hielt meinen Schnitt von ungefähr fünf Abflügen pro Stage, allerdings nur weil Stage zwei echt ein Spass war bevor es das fröhliche Geröllfeld von Nummer drei runterging und ich mich dabei um jeden vierten Baum wickelte. Die Stages vier und fünf glichen sich in etwa was meine Sturzzahl betraf. Auch war ich wieder um den ähnlichen Platz wie vor der Nummer drei und sammelte weiter fleissig blaue Flecken und Schürfwunden. Dies alles war aber vernachlässigbar bei all den genialen Trailmomenten, den äusserst sympathischen Leuten und meiner erstaunlich guten körperlichen Verfassung (ich war inzwischen rekordverdächtig schnell, beinahe unverletzt aus dem Unterholz wieder auf meinem Rad und dementsprechend gar nicht so schlecht positioniert….was wäre da bloss möglich wenn ich tatsächlich nur auf und nicht teilweise unter meinem Rad die Etappen bewältigte). Sechseinhalbstunden später im Ziel, war ich ziemlich stolz und stellte mich sogleich mit meiner gesamten Ausrüstung unter die Hoteldusche, bis man wieder Kleidung von Mensch unterscheiden konnte. Der Morgen von Wettkampftag zwei brachte Müdigkeit, Muskelkater, Vorfreude, zahlreiche Aufgaben anderer Fahrerinnen und natürlich Regen mit sich. Südfrankreich, höhö (…). Tag zwei bestand aus vier Stages, welche mir um einiges besser lagen als am Vortag. Die erste Abfahrt bewältigte ich dementsprechend gut. Einziger Wehrmutstropfen war die Bekanntschaft zwischen meiner Hand und einem Baum, welche keinen Sturz dafür aber als Wegzoll einen Teil meiner Haut forderte, sowie eine nette Prellung mit tollem Farbspektrum mit sich brachte. Unbeirrt setzte ich meinen Weg fort. Weiterhin mit gelegentlichen Boden-têtes-à-têtes und zahllosen Adrenalinschüben.

Tag zwei ging so schnell rum wie Tag eins und obwohl ich in der zweitletzten Kurve aufgrund des Schlammes ohne Rad über den Asphalt rutschte, meine Hosen dabei zerriss und mich sobald ich zum Stillstand kam mit einem Hechtsprung vor der ebenfalls gestürzten und über den Teer heranrutschenden Verfolgerin rettete, beendete ich das Weltcuprennen in einem Stück auf dem 23. Schlussrang. Mission erfüllt!

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„Céline, i glaub du hesch en Platte…“

Nach der letztjährigen Schlammschlacht glich das Rennen in Gränichen am Sonntag wieder einer Fahrt durch einen Vulkankrater. Während sich alle vernünftigen Menschen in den Schatten zurückgezogen hatten, stellte sich das stark besetzte Elite Frauenfeld zur Mittagszeit an der Startlinie auf. Da ich Windschatten zu schätzen weiss, wurde ich beim Call-up ein weiteres Mal zuhinterst im Feld aufgereiht. Mit dem Startschuss begann die Sprinterklimmung des langen Startanstieges, welcher jeweils für die erste Selektion sorgte. Dieser Anstieg wurde mir bisher jedes Jahr zum ersten Verhängnis, da ich das Tempo nicht mitgehen konnte und dann im Pulk der Fahrerinnen in der Abfahrt stecken blieb. Nun war es Zeit für etwas Neues, obwohl die Taktik die Selbe blieb. Für einmal mit deutlich mehr Erfolg. Ich ging am Start aus dem Sattel, manövrierte mich auf die rechte Flanke des Feldes und fuhr immer weiter nach vorne, auch ohne Windschatten. Vor dem Einstieg in den ersten Trail fand ein allgemeines Ellbogenausfahren statt, in welchem ich auch fröhlich mitmischen durfte und mich an ungarischen, schwedischen und anderen Trikotfarben mehr oder weniger sanft durchschlängelte hinein in die erste Abfahrt. Nach der Waldpassage tauchte man per Sprung in die Bruthitze der ersten Kiesgrube ein. Für den Sprung nahm ich ordentlich Tempo mit, da die Fahrerin vor mir bereits in der Hälfte der zu absolvierenden Flugstrecke offenbar Sehnsucht nach dem Boden verspürte und unsanft vor dem offiziellen Landehügel auf den Grund knallte. Als ich mich in „i believe i can fly“-Manier in der Luft befand, sah ich auch den Grund dafür. Nach der Landung begann ein kleiner Stau und da in der Luft bremsen doch eher problematisch ist, landete ich zwar sauber aber aufgrund des hohen Tempos hart auf dem Boden der Tatsachen und stieg in die Bremse um nicht andere Fahrerinnen inklusive mir selbst abzuräumen. Das Knallen des hinteren Reifes ignorierte ich gleich wieder, als ich merkte, dass offenbar alles noch ohne Probleme rollte. Weiterhin in den Top 20 und mit guten Beinen ging es in den nächsten Aufstieg bevor der Rundkurs per Trail das erste Mal auf das Festgelände zurückführte. In besagtem Trail meinte Ramona Forchini hinter mir „Céline, i glaub du hesch en Platte“! Das schwammige Gefühl im Hinterrad liess sich nun auch nicht mehr wirklich ignorieren und ich rollte innerlich fluchend in die Techzone zu. Der Wechsel dauerte für meine Verhältnisse zu lange und ich startete aus leider zu gut bekannter Position am Schluss des Feldes wieder auf die Strecke. In der Folge begann ich mit Kollege Schicksal enerviert zu hadern und diskutieren: „Das kann jetzt nicht dein Ernst sein nach diesem Traumstart und drei Jahren Defektabstinenz!!“. Eine Antwort bekam ich leider nicht, was mich noch mehr zum rauchen brachte bei den sowieso schon glühenden Temperaturen und jegliche Leistungsabgabe unterband. Trainingsbedingt fuhr ich weiter, auch weil die technischen Passagen eine wahre Freude waren.

Die Startphase des Rennens hat mir gezeigt, dass ich wirklich schnell Radfahren kann, meinen Fahrstil jedoch noch etwas an das neue Tempo anpassen muss. Die Freude darüber ist riesig und ich hoffe ich habe meinen Defekt nun wieder für die nächsten drei Jahre eingezogen. Einmal ist keinmal, daher versuche ich diesen Start in Lostorf diesen Sonntag zu wiederholen und dieses Mal auch durchzuziehen.

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Ride les vosges, Bike & Safety und SBB Fahrtechnikkurs

Die letzten Wochen waren durch zahlreiche Technikkurse geprägt, an welchen ich mitwirken durfte. Den Start bildete der Enduro-Technikkurs mit Stefano Gugliotta in den Vogesen unter dem Patronat von ride les vosges. In den unzähligen Trails der prächtigen Vogesen hatten wir das Vergnügen, einen ganzen Tag mit einer munteren Truppe herum zu kurven und an diversen Fahrskills zu üben.

Auf diesen Start folgten insgesamt fünf Kurzkurse der SBB von je zweieinhalb Stunden im Zeichen der Freizeitsicherheit. In Bern und Olten durfte ich die Finessen des Bikesports auf unterschiedlichen Niveaus weitervermitteln.

Die dritte Runde bildete die erstmalige Austragung des Bike & Safety-Kurses gemeinsam mit Stefanie Stücheli von reaktion.ch. Neben den technischen Basiselementen auf zwei Rädern standen Soforthilfemassnahmen im Feld im Fokus. Eine neue und kurzweilige Erfahrung, welche zukünftig weiter ausgebaut werden soll.

„Hopp Jungs!“

Nach dem Proffix- startete vergangen Sonntag auch der Argovia Cup mit der ersten Rennveranstaltung in Hochdorf. Mit perfekt sitzenden neongrünen Socken stand ich mit mehr Fahrerinnen als erwartet und Puls 200 an der Startlinie. Wie bereits in Solothurn zeichnete sich die Streckenführung durch lange Flachpassagen aus und verhinderte bereits im Vorfeld jegliche Einzelaktionen. Das Spitzentrio liess ich nach einer halben Runde ziehen, im Wissen, dass ich ansonsten bei Rennhälfte nur noch als Dekoration der Rennstrecke gedient hätte. Um Kräfte zu sparen, ging ich etwas vom Gas und liess die hinter mir fahrende Fiona Eichenberger aufschliessen. Mit vereinten Kräften zogen wir unbehelligt unsere Runden. Effizient aber unspektakulär. Fröhliche Anfeuerungsrufe wie „Los Fiiiioooooonaahhhaaa“ und „Hopp Jungs“ begleiteten uns auf den Runden. Für die grösste Aufregung sorgte ein alter Herr, der wahrscheinlich wie jeden Tag seine angestammte Runde mit dem Elektrorad unter die Räder nahm. Unbeirrt davon, dass an diesem Tag ein paar Rennfahrer mit schmerzverzerrten Gesichtern an ihm vorbeischossen und ihn beinahe mit ihren Carbonmaschinen aufluden. Schliesslich fährt Man(n) diese Strecke seit 1940!

In der letzten von fünf Runden startete ich in der Steigung aus dem Windschatten von Fiona heraus einen Angriff, konnte eine Lücke aufreissen und verwaltete meinen Vorsprung bis ins Ziel. Meine Mühen wurden mit dem vierten Rang und einem guten Gefühl belohnt. Für die nächsten Rennen heisst es also „weiter so Jungs!“.

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Wie zehn Meter Wiese und ein bisschen Regen zur Publikumsattraktion werden können

Zwei Wochen sind seit dem niederschmetternden Rennen in Haiming (AUT) vergangen. Zwei Wochen, in welchen die Gedanken kreisten, Zweifel an dem ganzen Unterfangen überhand nahmen und Motivation für das Training nicht gerade um die nächste Ecke zu finden war. Der Saisonauftakt verlief alles andere als nach Plan. Meine Wettkampfnervosität leerte bereits Tage vor dem Rennen meine Energiespeicher und verhinderte jeglichen Leistungsabruf. Höchste Zeit also, sich den eigenen Dämonen zu stellen, externe Hilfe beizuziehen und alle überflüssigen Krümelmonster aus den Gedanken zu verbannen. Solothurn wurde somit zum Saisonstart 2.0 und überzeugte bereits damit, dass ich anstatt 72 gerade einmal vier Stunden vor dem Start nervös wurde. Pünktlich mit dem Startpfiff begann es dann auch zu regnen. Alle Zeichen standen somit für mich auf Angriff. Die erste Hürde des fünf Mal zu bewältigenden Rundkurses bestand darin, über das steile Rasenbord des Schanzengrabens auf die Strasse hoch zu kommen. Was locker klingt wurde für Einige zur kaum überwindbaren Aufgabe. Kurz vor der ersten Überwindung dieser ca. zehn Meter wurde die Fahrerin vor mir plötzlich drastisch langsamer, ein Blick auf ihren Schuh, an welchem Klickpedal inklusive Kurbel hingen, erklärte den Tempoabfall. Wie sie den Rasenwall bewältigte entzieht sich meiner Kenntnis. In Runde zwei wurde der Wall erneut einer der vor mir fahrenden Mitstreiterin zum Verhängnis. Inzwischen hatte sich die Wiese in eine braune Schlammrutsche verwandelt, welche bis in die Hälfte der Steigung mit Schwung hochgerannt werden konnte. Danach war Einfallsreichtum und eine gute Linienwahl gefragt. In der Mitte der Rasenwand versuchte sich nun besagte Fahrerin irgendwie mit Händen und Füssen an Ort und Stelle zu halten und wenn möglich noch vorwärts zu kommen. Mit dem nächsten ihrer Schritte kam das Unvermeidliche. Mit einem kräftigen Bauchklatscher begann die Rutsche abwärts zurück an den Hanganfang… Immerhin tat es ihr das Bike gleich und sie konnte die Hürde ohne grosse „Rad-Suche“ erneut hinter mir in Angriff nehmen. Ich meinerseits war in höchstem Masse konzentriert es ihr nicht nachzutun und mit einem Bauchrutscher, welcher jeden Vertreter der Pinguin Gattung hätte erblassen lassen, vor den Augen des Publikums einen Abstecher an den Grund des Grabens zu vollführen.

Die erste Runde war durch ein nervöses Feld gekennzeichnet, wodurch im allgemeinen Durcheinander drei der Fahrerinnen schmerzhafte Bekanntschaft mit dem Solothurner Asphalt machten, sich dadurch allerdings nicht gross beeindrucken liessen und den Kampf sogleich wieder aufnahmen. Schadlos und gut eingereiht konnte ich mit einer Fünfergruppe die Rollpassagen in den ersten zwei Runden absolvieren…wo wir genau durchfuhren kann ich nicht genau benennen. Der mir entgegengeschleuderte Dreck aus zahlreichen Rädern um mich verhinderten jegliches Sichtfeld. Mit zusammengekniffenen Augen blinzelte ich mich über die Strecke. Verschlammte Klickpedale, Stürze, technische – sowie Rollabschnitte führten zu immer anderen Gruppenzusammensetzungen. Was blieb war das geniale Gefühl auf dem Bike, welches ich erstmals in dieser Saison verspürte und vor Freude am liebsten Franziska Brun, welche gegen Rennende mit mir unterwegs war, zugetextet hätte. Da ich aber überzeugt war, dass dies eher auf mildes Unverständnis stossen würde nach 90 Minuten Wettkampf, grinste ich einfach vor mich hin…was wahrscheinlich ebenfalls nicht sichtbar war, da ich durch den Schlamm komplett zubetoniert war und es in meinem Mund bereits kräftig knirschte (um was es sich dabei alles handelte will ich dann doch lieber nicht wissen).

Ungefähr 100 Minuten später beendete ich die Spassfahrt mit einer letzten Durchfahrt des zum Schlammbassin verwandelten Schanzengrabens. Eine Rangliste habe ich bis jetzt nicht angeschaut. Was bleibt ist das Gefühl, dass alles zu 100% stimmte und sich darauf aufbauen lässt.

Danke Pascale für die Bilder.

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Bike & Safety – neuer Kurs online!

Link zum Flyer: http://mailchi.mp/0460ea65701e/bike-safety

Mühelos Hindernisse überwinden, problemloses Durchfahren jeglicher Kurven sowie die Wahrung des Gleichgewichts zu jedem Zeitpunkt. Damit auch du deine Rides die ganze Saison über ausgiebig geniessen kannst, vermitteln wir dir in einem interaktiven Kurs die nötigen Skills.

Falls aber doch mal was schief läuft, solltest du einen kühlen Kopf bewahren und das nötige Eins-mal-Eins der Erstversorgung kennen. Bei Unfällen im Gelände ist ein schnelles und korrektes Handeln gefragt. In einem zweiten Kursteil vermitteln wir dir die Handlungs-Basics nach Unfällen.

03. Juni 2017
  • Kursinhalte: Kurventechnik, Hindernisse überwinden, Bremsverhalten, Soforthilfemassnahmen im Gelände
  • Ort: Bike Zone Baden (Parkplätze Schadenmühle)
  • Uhrzeit: 13:30 Uhr bis 17:30 Uhr
  • Kurskosten: 100 CHF
  • Wichtig: eigenes Bike mitbringen sowie Helm und Handschuhe. Erste Bike-Erfahrungen werden vorausgesetzt.
  • Versicherung ist Sache der Teilnehmenden

Eher nein!

Erstes Rennen des Proffix Swiss Bike Cup in Rivera (TI). Warme Temperaturen. Technische Strecke. Sehr viel Druck für ein gutes Resultat, welchen ich mir selbst auferlegt habe. Das Resultat war im Rückblick bereits schon vorhersehbar.

© Seraina Schmid

Um keine Zeit zu verschwenden war ich bereits ein Tag vor dem Rennen im höchsten Masse nervös. Die stark drehende Strecke lag mir sehr und ich fühlte mich von Beginn an sehr wohl. Dementsprechend verlief die Besichtigung trotz blanken Nerven gut. Am Sonntag war mir beinahe übel vor Nervosität und ich begab mich fahrig an die Startlinie. Der Startschuss brachte mich dann komplett von der Rolle, wie ich eine Umdrehung an die andere reihen konnte war mir bereits ein Rätsel. Ich klebte am Boden, kam zwar gut durch die technischen Passagen, liess mich teilweise aber widerstandslos von anderen Fahrerinnen abdrängen und verlor noch mehr Plätze. Nach der ersten Runde drehte sich bereits die Spirale der Verzweiflung in meinem Kopf, was mein Tempo immer mehr zusammenfallen liess. Äusserst konstruktive Kommentare vom Streckenrand wie „fahr weiter sonst wirst du nie besser“ liessen meiner Wut und Verzweiflung kurzfristig zum Fegefeuer aufflammen und nur mit Mühe blieb ich auf dem Rad, statt dem Betreffenden meine Meinung und seine Ahnungslosigkeit um die Ohren zu pfeffern. Diesem kurzfristigen Lebenszeichen folgte der komplette mentale Breakdown und der weitere Verlauf des Rennens war nicht weiter der Rede wert. Enttäuscht stieg ich mit Rundenrückstand vom Rad, fassungslos was ich nach all den Mühen und dem ganzen Aufbau abgeliefert hatte. Ich hatte den aussichtlosen Kampf gegen meine eigenen hohen Erwartungen angetreten und bin kläglich gescheitert. Aufgabe für das nächste Rennen: nicht abdrehen, keine Resultatvorstellungen und den Spass am Sport auf`s Rad bringen.

© Seraina Schmid

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Snake Hill, Everest Climb und AC/DC-Descend

Mit derartigen Streckenabschnittsbezeichnungen lockte das Rennen in Wittnau (AG) bei besten Witterungsverhältnissen vergangenen Sonntag. Für mich startete die Bikesaisonmit diesem Rennen, auch wenn die Wettkampfdistanz gerade einmal 11 Kilometer auswies und keine grosse Herausforderungen an die technischen Fertigkeiten meinerseits gestellt wurden. Eine persönliche Herausforderung hatte ich mir daher selbst auferlegt. Beim Auspacken meiner Rennschuhe vor Ort bemerkte ich, dass ich zwei unterschiedliche Paare meiner Bikebesohlung vermischt hatte. Immerhin waren es nicht zwei linke Schuhe, ich war so geistesgegenwärtig darauf zu achten. Ich erhielt daher die einmalige Gelegenheit eines materiellen Direktvergleichs für die kommenden Rennen.

 

Spannung bestand zusätzlich bereits auf der Startlinie, da die Frauenkategorie zuvorderst aufgestellt wurde, mit 3 Herrenkategorien im Rücken, welche alle gleichzeitig auf die knapp 3 Kilometer lange Strecke losgelassen wurden. Ein spassiges Durcheinander war vorprogrammiert und setzte gleich nach der Startrunde, in welcher Sabine Spitz das Tempo vorgab, sogleich ein. Die vom Cape Epic zurückgekehrten Podestfahrerinnen Esther Süss und Sabine Spitz fuhren mit unzähligen Rennkilometern mehr in den Beinen in einer anderen Sphäre, während dahinter das Rennen in vollem Gange war. Auf den Rollpassagen zähle ich immer noch nicht zu den Spitzenanwärterinnen, dafür konnte ich meine Stärken in den steilen Anstiegen und schnellen Abfahrten ausspielen. Mit einer beherzten Fahrt erkämpfte ich mir den vierten Schlussrang und bin zufrieden mit dem bisherigen Formaufbau. Die Saison kann kommen. Seit Sonntag weiss ich nun auch mit welchen Schuhen.

Danke für die Fotos Pascale Locatelli.

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Reminder an mich selbst: Fahren mit Hirn auch nach Startpfiff

Die letzte Runde der Frühlingsrennen in Hindelbank stand diesen Samstag auf dem Programm. Ziel war es den Fokus auf das taktisch clevere Fahren zu legen entgegen dem ersten Rennen der Serie. Die Konsequenz, die ich unmittelbar aus diesem Vorhaben zog, bestanden darin, dass ich mich früh im Rennen zurückfallen liess, um über die ganze Renndistanz ein hohes Tempo halten zu können. Nach einer Weile kam es zu einem Zusammenschluss aus drei VertreterInnen der Bikegesellschaft. Wir sehnten uns zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich alle auf einen Trail irgendwo auf einem Hügel und nicht in diesem Emmentaler Gegenwind. Mit der Zeit kam mit Jana Petr auch noch eine weitere Zurückgebliebene aus dem Frauenrennen hinzu, ebenso wie einige Vertreter aus den zahlreich gestarteten Männerkategorien. Ebendiese lebten die Emanzipation auf dem Rad und überliessen uns Frauen die alleinige Führungsarbeit. In der zweiten von drei Runden sprintete der U17-Fahrer den Zielhügel hoch. Ich versuchte so gut es ging mitzukommen, als dieser plötzlich den Blinker setzte und in den Zielbereich abbog. Nun weiss auch ich, dass die Jungs nur zwei Runden fahren müssen. Unbeeindruckt machte ich mich mit der geschrumpften Gruppe auf die letzte Runde und beendete diese ohne weitere Zwischenfälle.

Nun bin ich froh, das letzte Vorbereitungsrennen auf dem Bike in Angriff nehmen zu können. Meinen Respekt vor allen StrassenkämpferInnen, aber ich freue mich auf Wurzeln, verwinkelte Trails, flowige Passagen und Einzelkämpfe am Berg mit möglichst wenigen Flachkilometern, auf welchen Rollerfähigkeiten gefragt sind.

Fotos von www.fruehlingsrennen-hindelbank.ch

 

 

 

 

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Lehrgeld gezahlt und neue körperliche Erfahrungen gemacht

80 Kilometer auf schmalen Reifen standen am Sonntag auf dem Plan auf der Jagd nach weiterer Rennhärte (Anmerkung der Redaktion: teilweise wäre ich froh gewesen, die Rennhärte wäre nicht ganz so hart). Wir Fahrerinnen starteten gemeinsam mit den Junioren, was zu einem ganz beachtlichen Feld führte und ein hohes Tempo versprach. Der Knackpunkt der Runde war eine kurze Steigung, bei welcher zu Beginn und am Ende eine 90°-Kurve absolviert werden mussten. Die Spitze befand sich jeweils bereits in der Abfahrt Richtung Ziel während der Schluss des Feldes sich noch um die obere Kurve kämpfte. Wichtig wäre also eine Positionierung vorne gewesen um gut im Feld mitzukommen. Dieses Unterfangen gestaltete sich für mich eher schwierig, da man einmal blinzeln konnte und sich beim Öffnen der Augen in den hintersten Reihen der Gruppe wiederfand ohne überhaupt zu wissen wie einem gerade geschah. In diesen Momenten wünschte ich mich auf einen Singletrail, bei welchem man eine Kurve mal nicht erwischen oder von fiesen Nepalesischen Rotwaldtannen angegriffen werden konnte, alles ziemlich kalkulierbare Risiken. Irgendwann waren meine Beine nach der Steigung nicht mehr in der Lage die Lücke zuzusprinten und ich fand in einer Fünfergruppe Unterschlupf, in welcher wir ein gutes Tempo anschlugen. Da mir bereits 3 Runden vor Schluss das Wasser ausgegangen war (merke: 1 grosser Bidon reicht nicht für zwei Stunden Rennen aus, auch wenn kühle Bedingungen herrschen!) kam ich das erste Mal in meinem Leben in den wohligen Genuss von unvergleichlichen Oberschenkelkrämpfen. Aus Jux fuhr ich daher eine Weile nur mit einem Bein und liess das zweite neben dem Rad baumeln. Wer braucht schon zwei, ich komme auch mit einem gut ins Ziel sagte ich mir. Nächstes Trainingsrennen wird wieder Hindelbank sein, mit deutlich kleinerem Feld aber nicht minder fordernd…dafür mit ausreichend Wasser im Bidon.

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